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Auf dem Podium

3. April 2014 in der Theater-Gaststätte Friedenau in Stuttgart

Migration und Integration – eine Podiumsdiskussion

Das Asien-Haus veranstaltete am 16.09.2013 eine gut besuchte Podiumsdiskussion mit Vertretern der politischen Parteien zum Thema „Integration der Migranten aus den ost-, südost- und südasiatischen Ländern“ in der Theater-Gaststätte Friedenau in Stuttgart-Ost. Auf dem Podium war die CDU mit Dr. Reinhard Löffler, die SPD mit Dejan Perc, Bündnis 90/Die Grünen mit Vittorio Lazaridis, die FDP mit Prof. Dr. Dr. Heinz Lübbe und Die Linke mit Barbara Rochlitzer vertreten. Martin Eisenberger aus dem Landesvorstand der Piraten stieß spontan zur Diskussionsrunde.

Als Diskussionsleiter und Sprecher des Asien-Hauses ging es Aly Palm darum, diese bisher eher unauffällige, aber doch erfolgreiche Migrantengruppe stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Als Einstieg in die Diskussion stellte Dr. Hong-An Duong, Gründungsmitglied des Asienhauses, fest, dass es gar nicht so einfach ist zu klären, wer Deutscher, Ausländer oder  Mensch mit Migrationshintergrund - mit und ohne Migrationserfahrung - ist. Trotzdem versuchte er durch statistische Daten eine Annäherung daran, von welchen Herkunftsländern und von wie vielen Menschen man auszugehen hat, wenn man von „Migranten aus Asien“ spricht.

Deutlich wurde, dass das Klischeebild vom ruhigen, unauffälligen, fleißigen, gut angepassten Asiaten auch in den Köpfen der politischen Vertreter verankert ist. Bis auf Prof. Dr. Dr. Lübbe, der sich als Vorsitzender einer Hilfsorganisation häufig in Indien und Vietnam aufhält, hat kaum einer Erfahrungen mit Asiaten als aktive Mitgestalter des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Stuttgart gemacht.

Einig waren sich alle, dass Stuttgart zwar schon sehr viel in Sachen Integration und Zusammenleben der verschiedenen Kulturen erreicht hat. Angesichts der derzeitigen Diskussion um den Fachkräftemangel in Deutschland ist aber die Entwicklung einer „Willkommenskultur“ unabdingbar.  Unterschiede gab es dann doch bei der Einschätzung, wer denn willkommen sein soll. Perc wies darauf hin, dass wichtige Schritte, wie die Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse zwar auf den Weg gebracht worden sind, allerdings noch die Nachqualifizierungsprogramme fehlen. Aus dem Publikum kam der Einwand, ob es vertretbar ist, um Fachkräfte zu werben, die auch in den Heimatländern dringend benötigt werden.

Nachholbedarf gibt es bei der politischen Partizipation der asiatischen Migranten. Lazaridis forderte die Parteien auf, aktiv auf die Migranten zuzugehen: „Wir wollen eure Beteiligung!“ Aber auch die Migranten müssen eine Beteiligung wollen. Gute Sprachkenntnisse sind dafür die notwendige Voraussetzung. Für Dr. Löffler und Prof. Dr. Dr. Lübbe kommt die politische Partizipation allerdings erst am Ende eines Integrationsprozesses. Die Erneuerung des Zuwanderungsrechts hinsichtlich der Doppelstaatsangehörigkeit ist eine Forderung, die dazu auch aus dem Publikum kam.

Die gelungene Veranstaltung des Asien-Hauses, musikalisch umrahmt von Vera Klein und Mathis Hilsenbeck vom Jazzico Ensemble Göppingen,  zeigte deutlich den gemeinsamen Wunsch nach mehr Partizipation der Migranten aus Asien. 

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